Die Global Reporting Initiative (GRI) hat sich als wichtiger Rahmen für Unternehmen etabliert, die ihre Nachhaltigkeitsleistung transparent machen wollen. Viele Organisationen fragen sich, wie sie diese Standards am besten anwenden können, um aussagekräftige Berichte zu erstellen. Dieser Leitfaden soll dabei helfen, die Struktur und die Anwendung der GRI-Standards zu verstehen und praktische Schritte für die Berichterstattung aufzuzeigen.
Schlüsselbotschaften
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Die GRI Global Reporting Initiative bietet einen weltweiten Standard für die Berichterstattung über wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen von Unternehmen.
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Die GRI-Standards sind modular aufgebaut und umfassen universelle, branchenspezifische und thematische Standards, die Organisationen bei der Identifizierung und Offenlegung wesentlicher Themen unterstützen.
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Ein schrittweiser Prozess, der von der Vorbereitung über die Wesentlichkeitsanalyse bis zur Offenlegung von Informationen reicht, ist für die erfolgreiche Anwendung der GRI-Standards notwendig.
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Die Einbindung von Stakeholdern und die konsequente Anwendung des Wesentlichkeitsprinzips sind zentrale Elemente für die Glaubwürdigkeit und Relevanz eines Nachhaltigkeitsberichts nach GRI.
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Regelmäßige Aktualisierungen der GRI-Standards und die zunehmende Verknüpfung mit anderen Berichtsrahmen wie den ESRS zeigen die fortlaufende Entwicklung und Bedeutung der GRI Global Reporting Initiative im globalen Nachhaltigkeitsmanagement.
Grundlagen der GRI Global Reporting Initiative
Die Global Reporting Initiative (GRI) hat sich als ein zentraler Akteur in der Welt der Nachhaltigkeitsberichterstattung etabliert. Sie bietet einen Rahmen, der Unternehmen dabei unterstützt, ihre wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen transparent darzulegen. Diese Standards sind weltweit anerkannt und ermöglichen eine vergleichbare Berichterstattung über unternehmerische Nachhaltigkeitsleistungen.
Definition und Zweck der GRI-Standards
Die GRI-Standards sind ein Satz von Richtlinien, die von der Global Reporting Initiative entwickelt wurden. Ihr Hauptzweck ist es, Organisationen eine strukturierte Methode an die Hand zu geben, um über ihre Nachhaltigkeitsleistung zu berichten. Dies umfasst eine breite Palette von Themen, die von Umweltauswirkungen bis hin zu sozialen Arbeitsbedingungen reichen. Die Standards sind modular aufgebaut und bestehen aus universellen, branchenspezifischen und themenspezifischen Komponenten, die es Unternehmen ermöglichen, ihre Berichterstattung an ihre spezifischen Gegebenheiten anzupassen.
Historische Entwicklung der GRI-Standards
Die GRI wurde 1997 von CERES und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben gerufen. Ursprünglich lag der Fokus auf der Berichterstattung über Umweltauswirkungen. Im Laufe der Zeit wurde das Framework erweitert, um auch soziale und ökonomische Aspekte einzubeziehen. Im Jahr 2016 wurden die GRI‑Standards eingeführt; eine grundlegende Überarbeitung erfolgte 2021 mit der Einführung der heute maßgeblichen universellen Standards GRI 1, GRI 2 und GRI 3. Diese Entwicklung spiegelt das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit und die steigende Nachfrage nach Transparenz wider.
Die Rolle der GRI Global Reporting Initiative im Nachhaltigkeitsmanagement
Die GRI spielt eine entscheidende Rolle dabei, Nachhaltigkeitsberichterstattung zu standardisieren und zu fördern. Sie agiert als unabhängige Organisation, die einen gemeinsamen Rahmen für Unternehmen weltweit bereitstellt. Dies erleichtert nicht nur die interne Steuerung und strategische Entscheidungsfindung, sondern stärkt auch das Vertrauen von externen Stakeholdern wie Investoren, Kunden und der Zivilgesellschaft. Durch die Anwendung der GRI-Standards können Unternehmen ihr Engagement für verantwortungsvolles Handeln unter Beweis stellen und ihre Rechenschaftspflicht wahrnehmen.
Struktur und Komponenten der GRI-Standards
Die GRI-Standards sind modular aufgebaut und bestehen aus drei Hauptkomponenten, die zusammen ein robustes Rahmenwerk für die Nachhaltigkeitsberichterstattung bilden. Dieses System ermöglicht es Organisationen, ihre Umweltauswirkungen, sozialen Praktiken und wirtschaftlichen Beiträge transparent darzulegen. Das modulare System der GRI-Standards ist branchenunabhängig konzipiert, kann aber durch spezifische Branchenstandards ergänzt werden.
Universelle GRI-Standards
Diese Standards bilden die Grundlage für jeden GRI-Bericht. Sie gelten für alle Organisationen, unabhängig von ihrer Größe, Branche oder ihrem Standort. Die universellen Standards behandeln übergreifende Themen, die für jede Organisation relevant sind. Dazu gehören:
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GRI 1: Grundlagen 2021: Dieser Standard legt den Zweck und die Anwendung der GRI-Standards dar. Er definiert die grundlegenden Berichterstattungsgrundsätze, wie z. B. die Genauigkeit und Überprüfbarkeit der Informationen.
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GRI 2: Allgemeine Angaben 2021: Dieser Standard fordert detaillierte Informationen über die Organisation selbst. Dazu zählen Angaben zur Struktur, den Aktivitäten, der Unternehmensführung und der Einbindung von Stakeholdern. Er hilft, das Profil und den Umfang der Organisation zu verstehen.
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GRI 3: Wesentliche Themen 2021: Dieser Standard leitet Organisationen durch den Prozess der Identifizierung und Bewertung ihrer wesentlichen Themen. Er erklärt, wie Auswirkungen ermittelt und offengelegt werden, und betont die Bedeutung der Wesentlichkeitsanalyse.
GRI-Branchenstandards
Um die Berichterstattung für spezifische Sektoren zu verbessern, hat die GRI eine Reihe von Branchenstandards entwickelt. Diese Standards definieren die für eine bestimmte Branche typischen wesentlichen Themen und die damit verbundenen Auswirkungen. Sie bieten eine detailliertere Anleitung als die universellen Standards und sind darauf ausgelegt, die Vergleichbarkeit innerhalb einer Branche zu erhöhen. Derzeit werden Standards für verschiedene Sektoren entwickelt, darunter Öl und Gas, Kohle, Landwirtschaft, Aquakultur, Fischerei und Bergbau. Wenn eine Organisation in Übereinstimmung mit den GRI‑Standards berichtet und ein passender Branchenstandard verfügbar ist, muss dieser bei der Berichterstattung berücksichtigt werden.
GRI-Themenstandards
Die GRI-Themenstandards decken spezifische wirtschaftliche, ökologische und soziale Themen ab, die für viele Organisationen relevant sind. Sie sind modular aufgebaut und können je nach Wesentlichkeit für die Organisation ausgewählt und angewendet werden. Diese Standards bieten detaillierte Angaben und Kennzahlen, die zur Offenlegung von Informationen über die Leistung einer Organisation in Bezug auf bestimmte Nachhaltigkeitsthemen verwendet werden. Beispiele hierfür sind Standards zu Emissionen, Wasser, Abfall, Menschenrechten oder Korruptionsbekämpfung. Organisationen wählen die Themenstandards aus, die für ihre wesentlichen Themen relevant sind, und integrieren sie in ihren Berichtsprozess.
Anwendung der GRI-Standards: Ein schrittweiser Prozess
Die Anwendung der GRI-Standards ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein strukturierter Prozess, der Organisationen dabei hilft, ihre Nachhaltigkeitsleistung systematisch zu erfassen und zu kommunizieren. Dieser Prozess beginnt mit einer sorgfältigen Vorbereitung und mündet in eine transparente Offenlegung von Informationen.
Vorbereitung auf die Berichterstattung nach GRI
Bevor die eigentliche Berichterstattung beginnt, ist eine solide Grundlage unerlässlich. Dazu gehört zunächst die Erstellung einer Liste aller relevanten Stakeholder. Anschließend müssen deren Anliegen und Erwartungen bewertet werden. Ebenso wichtig ist die Festlegung der Grenzen für den Nachhaltigkeitsbericht, also welche Teile der Organisation oder welche Geschäftsbereiche abgedeckt werden sollen. Der GRI 1 Standard dient hierbei als Leitfaden und legt die grundlegenden Konzepte, Prinzipien und Anforderungen für die Berichterstattung fest.
Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen
Im nächsten Schritt geht es darum, die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen der Organisation auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft zu identifizieren und zu bewerten. Die GRI-Branchenstandards können hierbei unterstützen, indem sie typische Merkmale und Auswirkungen bestimmter Sektoren aufzeigen. GRI 2 liefert detaillierte Angaben zu Berichtspraktiken und zur Unternehmensführung. GRI 3 leitet Organisationen durch den Prozess der Identifizierung und Bewertung dieser Auswirkungen und ihrer Bedeutung.
Bestimmung und Priorisierung wesentlicher Themen
Basierend auf der Identifizierung der Auswirkungen müssen die Organisationen die für sie wesentlichen Themen bestimmen und priorisieren. Dies geschieht im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse. GRI 3 bietet hierfür eine schrittweise Anleitung. Die Branchenstandards können ebenfalls helfen, indem sie auf branchenspezifische wesentliche Themen hinweisen. Die Organisationen müssen jedoch immer ihre eigenen besonderen Umstände berücksichtigen. Die Dokumentation dieses Prozesses ist ein wichtiger Bestandteil der Berichterstattung nach GRI-Standards.
Offenlegung von Informationen gemäß GRI
Nachdem die wesentlichen Themen identifiziert wurden, geht es im nächsten Schritt darum, die entsprechenden Informationen zu sammeln und aufzubereiten. Dies ist ein zentraler Punkt, um Transparenz zu schaffen und den Anforderungen der GRI-Standards gerecht zu werden.
Datenerhebung und -aufbereitung
Die Organisationen müssen nun die Daten erheben, die für die Berichterstattung über die identifizierten wesentlichen Themen relevant sind. Hierbei stützt man sich auf die Vorgaben der universellen, branchen- und themenspezifischen GRI-Standards. Es ist wichtig, dass die Datenerhebung systematisch erfolgt und die Herkunft der Daten nachvollziehbar ist. Dies kann die Sammlung von internen Betriebsdaten, aber auch von Informationen aus der Lieferkette oder von externen Quellen umfassen. Die aufbereiteten Daten sollten so strukturiert sein, dass sie den spezifischen Offenlegungsanforderungen der GRI-Standards entsprechen.
Umgang mit Auslassungen und Begründungen
Es kann vorkommen, dass eine Organisation nicht alle geforderten Angaben machen kann oder will. In solchen Fällen ist es gemäß den GRI-Standards unerlässlich, Auslassungen klar zu kennzeichnen und diese mit triftigen Gründen zu begründen. Werden geforderte Angaben nicht gemacht, muss dies transparent begründet werden, da sonst keine Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI‑Standards vorliegt. Die Begründungen sollten nachvollziehbar darlegen, warum eine bestimmte Angabe nicht gemacht werden kann, beispielsweise aufgrund von fehlenden Daten, rechtlichen Beschränkungen oder weil das Thema für die Organisation keine Wesentlichkeit aufweist. Diese Transparenz bei Auslassungen stärkt die Glaubwürdigkeit des Berichts.
Qualitätsanforderungen für die Berichterstattung
Die GRI-Standards stellen klare Anforderungen an die Qualität der offengelegten Informationen. Dazu gehören:
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Genauigkeit: Die Daten müssen korrekt und frei von Fehlern sein.
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Vollständigkeit: Alle wesentlichen Themen und die damit verbundenen Auswirkungen sollten abgedeckt werden, soweit dies möglich und relevant ist.
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Vergleichbarkeit: Die Berichterstattung sollte über die Zeit hinweg konsistent sein, um Vergleiche zu ermöglichen.
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Klarheit: Die Informationen müssen verständlich und leicht zugänglich sein.
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Zuverlässigkeit: Die Daten sollten überprüfbar und nachvollziehbar sein.
Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI-Standards
Nachdem die wesentlichen Themen identifiziert und die Daten erhoben wurden, geht es nun darum, diese Informationen in einem strukturierten und nachvollziehbaren Format darzustellen. Die GRI-Standards bieten hierfür klare Richtlinien, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Umfassende Berichterstattung über wesentliche Themen
Ein Bericht, der nach den GRI-Standards erstellt wird, sollte alle wesentlichen Themen abdecken, die für die Organisation und ihre Stakeholder relevant sind. Dies bedeutet, dass nicht nur positive Entwicklungen, sondern auch Herausforderungen und negative Auswirkungen ausgewogen dargestellt werden müssen. Die Berichterstattung sollte den Nachhaltigkeitskontext berücksichtigen, also die Leistungen im größeren Rahmen der globalen Nachhaltigkeitsziele einordnen. Ziel ist es, ein vollständiges Bild der Nachhaltigkeitsleistung zu vermitteln.
Optionale Berichterstattung und Referenzierung
Es ist möglich, dass eine Organisation nicht alle GRI-Anforderungen erfüllen kann oder sich entscheidet, sich auf bestimmte Aspekte zu konzentrieren. In solchen Fällen können ausgewählte Standards oder Teile davon verwendet werden. Wichtig ist dabei eine klare Kennzeichnung, welche Standards angewendet wurden und wo die entsprechenden Informationen im Bericht zu finden sind. Auslassungen von spezifischen Angaben müssen stets begründet werden, um die Glaubwürdigkeit des Berichts zu wahren.
Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts und Inhaltsindex
Der eigentliche Nachhaltigkeitsbericht kann in verschiedenen Formaten und an unterschiedlichen Orten veröffentlicht werden. Ein zentrales Element ist der GRI-Inhaltsindex. Dieses Verzeichnis dient als Wegweiser für die Leser und verknüpft die im Bericht gemachten Angaben direkt mit den entsprechenden GRI-Standards. Er listet auf:
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Den genauen GRI-Standard (z. B. GRI 305-1 für Treibhausgasemissionen).
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Die Fundstelle der Information im Bericht (Seitenzahl oder Link).
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Begründungen für eventuell nicht berichtete Angaben.
Dieser Index ist entscheidend für die Nachvollziehbarkeit und Glaubwürdigkeit des gesamten Berichts.
Die Bedeutung von Wesentlichkeit und Stakeholder-Einbindung
Identifizierung von Stakeholdern und deren Anliegen
Unternehmen, die nach den GRI-Standards berichten möchten, müssen sich zunächst fragen, wer ihre Stakeholder sind. Das sind im Grunde alle Gruppen oder Einzelpersonen, die von den Aktivitäten des Unternehmens betroffen sind oder diese beeinflussen können. Dazu gehören oft Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten, Investoren, aber auch lokale Gemeinschaften und Nichtregierungsorganisationen. Es ist wichtig, nicht nur die offensichtlichen Gruppen zu betrachten, sondern auch jene, die vielleicht weniger direkt im Rampenlicht stehen. Die Anliegen dieser Gruppen können sehr unterschiedlich sein – von Arbeitsbedingungen über Umweltauswirkungen bis hin zu ethischen Geschäftspraktiken. Ein Unternehmen muss diese Anliegen sammeln und verstehen, um sie später im Bericht berücksichtigen zu können.
Das Wesentlichkeitsprinzip in der GRI-Berichterstattung
Das Herzstück der GRI-Berichterstattung ist das Wesentlichkeitsprinzip. Es besagt, dass ein Unternehmen nur über die Themen berichten muss, die für sein Geschäft und seine Stakeholder wirklich wichtig sind. Das bedeutet, man muss eine Analyse durchführen, um diese wesentlichen Themen zu identifizieren. Dabei geht es darum, sowohl die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen des Unternehmens zu bewerten als auch die Erwartungen der Stakeholder zu berücksichtigen. Nur so kann ein Bericht wirklich relevant und aussagekräftig werden. Es geht nicht darum, alles zu berichten, sondern das Richtige.
Integration von Stakeholder-Erwartungen in den Berichtsprozess
Nachdem die Stakeholder identifiziert und ihre Anliegen gesammelt wurden, müssen diese Erwartungen in den Berichtsprozess integriert werden. Das ist mehr als nur eine Checkliste abzuarbeiten. Es bedeutet, dass die Rückmeldungen der Stakeholder tatsächlich Einfluss darauf haben, welche Themen als wesentlich eingestuft werden und wie diese Themen im Bericht dargestellt werden. Ein Unternehmen sollte offenlegen, wie es mit den Anliegen der Stakeholder umgegangen ist und wie diese in die strategischen Entscheidungen eingeflossen sind. Dieser Dialog ist ein fortlaufender Prozess, der dazu beiträgt, die Transparenz und Glaubwürdigkeit des Unternehmens zu stärken.
Nutzen der GRI Global Reporting Initiative für Unternehmen
Die Anwendung der GRI-Standards bietet Unternehmen eine Reihe von Vorteilen, die weit über die reine Berichterstattung hinausgehen. Sie dient als Werkzeug zur Steigerung der Transparenz und zur Stärkung der Rechenschaftspflicht gegenüber verschiedenen Interessengruppen. Durch die strukturierte Offenlegung von Nachhaltigkeitsleistungen können Unternehmen ihr Engagement für verantwortungsvolles Handeln klar kommunizieren.
Verbesserung von Transparenz und Rechenschaftspflicht
Die GRI-Standards schaffen eine gemeinsame Sprache für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft auf eine standardisierte Weise darzustellen. Diese Standardisierung erleichtert es Stakeholdern, die Leistung eines Unternehmens zu verstehen und zu vergleichen. Die Offenlegung von Daten zu wesentlichen Themen fördert eine tiefere Rechenschaftspflicht, da das Unternehmen sich aktiv mit seinen Auswirkungen auseinandersetzen muss. Dies kann zu einer besseren Wahrnehmung durch Investoren, Kunden und die Öffentlichkeit führen.
Strategische Vorteile und interne Entscheidungsfindung
Über die externe Kommunikation hinaus liefert die GRI-Berichterstattung auch wichtige interne Erkenntnisse. Der Prozess der Identifizierung und Bewertung wesentlicher Themen zwingt Unternehmen dazu, ihre Geschäftsstrategien kritisch zu hinterfragen und Nachhaltigkeitsaspekte stärker in die Entscheidungsfindung zu integrieren. Dies kann helfen:
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Risiken frühzeitig zu erkennen und zu managen.
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Neue Geschäftschancen im Bereich Nachhaltigkeit zu identifizieren.
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Die Effizienz von Prozessen durch die Analyse von Ressourcenverbrauch und Abfall zu steigern.
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Die interne Ausrichtung auf Nachhaltigkeitsziele zu verbessern.
Stärkung des Unternehmensrufs und der Vergleichbarkeit
Unternehmen, die nach GRI berichten, signalisieren ein starkes Bekenntnis zu Transparenz und verantwortungsvollem Handeln. Dies kann den Unternehmensruf positiv beeinflussen und das Vertrauen von Kunden und Partnern stärken. Die weltweite Anerkennung der GRI-Standards ermöglicht zudem eine bessere Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsleistungen zwischen verschiedenen Unternehmen und Branchen. Dies ist besonders für internationale Investoren und Organisationen von Bedeutung, die ihre Portfolios auf Basis von ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) ausrichten möchten. Die Vergleichbarkeit ist ein wichtiger Faktor für die strategische Positionierung im Markt.
Aktuelle Entwicklungen und neue Branchenstandards
Die GRI entwickelt fortlaufend neue Branchenstandards, um spezifische Berichterstattungsanforderungen für verschiedene Sektoren zu adressieren. Nach aktueller Planung gilt der Branchenstandard für den Bergbau (GRI 14) für Berichte ab dem 1. Januar 2026. Derzeit sind weitere Standards für Finanzdienstleistungen sowie für Textilien und Bekleidung in der Entwicklung. Diese Branchenstandards helfen Organisationen, die für ihren Sektor relevanten wesentlichen Themen zu identifizieren und die Berichterstattung zu präzisieren.
Zusammenspiel mit anderen Berichtsrahmen wie ESRS
Die Landschaft der Nachhaltigkeitsberichterstattung wird zunehmend komplexer. Mit der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in der EU und den damit verbundenen European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ergeben sich neue Anforderungen für viele Unternehmen. Die GRI arbeitet eng mit Organisationen wie der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) zusammen, um die Interoperabilität zwischen den GRI-Standards und den ESRS zu fördern. Diese Kooperation zielt darauf ab, Unternehmen die Berichterstattung zu erleichtern und Redundanzen zu vermeiden, indem die Kompatibilität und die Möglichkeit zur Nutzung beider Rahmenwerke verbessert werden. Die Harmonisierung von Berichtsstandards ist ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Transparenz und Vergleichbarkeit auf globaler Ebene.
Schlussfolgerung
Die Anwendung der GRI-Standards stellt für Organisationen einen strukturierten Weg dar, um ihre Nachhaltigkeitsleistung transparent darzulegen. Durch die systematische Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen sowie die Festlegung wesentlicher Themen können Unternehmen ihre Berichterstattung verbessern. Die GRI-Standards bieten dabei einen global anerkannten Rahmen, der die Vergleichbarkeit und Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitsinformationen erhöht. Eine konsequente Umsetzung, die sowohl die inhaltlichen als auch die Qualitätsgrundsätze berücksichtigt, ist für eine aussagekräftige Berichterstattung unerlässlich. Letztlich ermöglicht die GRI-Berichterstattung eine fundierte Auseinandersetzung mit den eigenen Nachhaltigkeitsaktivitäten und fördert den Dialog mit den Stakeholdern.
Quellen
Global Reporting Initiative. (2021). GRI 1: Foundation 2021.
https://www.globalreporting.org/publications/documents/english/gri-1-foundation-2021/
Global Reporting Initiative. (2021). GRI 2: General Disclosures 2021.
https://www.globalreporting.org/standards/standards-development/universal-standards/
Global Reporting Initiative. (2021). GRI 3: Material Topics 2021.
https://www.globalreporting.org/standards/standards-development/universal-standards/
Global Reporting Initiative. (2024). GRI Standards – Global standards for sustainability impacts.
https://www.globalreporting.org/standards
Global Reporting Initiative. (2024). Who we are.
https://www.globalreporting.org/about-gri/who-we-are/
Global Reporting Initiative. (2024). Sector standard for mining (GRI 14): Mining Sector 2024.
https://www.globalreporting.org/standards/standards-development/sector-standard-for-mining/
European Financial Reporting Advisory Group [EFRAG] & Global Reporting Initiative. (2023). Joint statement of interoperability between ESRS and GRI Standards.
https://www.efrag.org/en/news-and-calendar/news/efraggri-joint-statement-of-interoperability
European Financial Reporting Advisory Group [EFRAG] & Global Reporting Initiative. (2024). GRI–ESRS interoperability index.
https://www.globalreporting.org/media/qzmoeixv/esrs-gri-interoperability-index-november-2024.pdf
PwC Österreich. (2021). GRI veröffentlicht „Universal Standards“.
https://www.pwc.at/de/dienstleistungen/wirtschaftspruefung/pruefungsnahe-beratung/aktuelle-artikel/gri-veroeffentlicht–universal-standards-.html
Wirtschaftsuniversität Wien. (2024). GRI Standards – Overview and structure.
https://www.wu.ac.at/reporting/sure/standards/gri
Umweltbundesamt. (2015). Global Reporting Initiative (GRI) – UmSoRess Steckbrief.
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/dokumente/umsoress_kurzsteckbrief_gri_final.pdf
